Erfahrungen von Radeln ohne Alter Neukirchen-Vluyn

Seit wann gibt es euren Standort?
Unseren Standort gibt es seit dem 10. August 2019.

Und wie viele Rikschas und Pilot*innen habt ihr?
Wir haben 4 Rikschas und insgesamt 39 Pilot*innen.

Radelt ihr mit Senior*innen aus Senioreneinrichtungen, Senior*innen, die zu Hause wohnen oder einer anderen Zielgruppe?
Wir fahren sowohl mit Senior*innen aus Senioreneinrichtungen als auch mit Senior*innen, die zu Hause wohnen. Zusätzlich begrüßen wir alle Menschen mit Mobilitätseinschränkungen aus unserem Stadtgebiet. Wenn fachkundige Begleitung sichergestellt ist, sind auch Mehrfachbehinderung oft kein Hindernis.

Wie koordiniert ihr eure Fahrten vor Ort?
Auf unserer Internetseite „roa-nv.de“ gibt es einen Login-Bereich. Hier können die Pilot*innen für die unterschiedlichen Rikschas Termine buchen. Zudem haben Senior*innen-Einrichtungen sowie Mittler*innen anderer Institutionen wie der Kirchen, der Caritas, der Diakonie, der Heimat- und Verkehrsvereine, des Türkisch-Moslimischen Kulturvereines, der Arbeiterwohlfahrt… die Möglichkeit, terminierte Fahrtenwünsche anzumelden, die von den Pilot*innen wahrgenommen und übernommen werden.

Was ist euer liebstes Ausflugsziel? Habt ihr vielleicht sogar “Coffee Friends” vor Ort, zu denen ihr gerne mit den Senior*innen fahrt?
Vor allem die Fahrten in die landschaftlich sehr schöne Umgebung am Niederrhein. Einkehr ist im Moment ja schwierig, nicht aber ein Picknick, wenn das Wetter noch etwas wärmer wird.

Was war euer schönster RoA Moment?
Die Fahrt eines Ehepaares, das Gnadenhochzeit feierte und noch einmal den Weg von der damaligen Wohnung zur Kirchlichen Trauung „nacherleben“ wollte. Das war sehr berührend.

Wie meistert ihr die aktuelle Situation mit der Corona-Pandemie?
Durch ein Hygiene-Konzept, das eine Scheibe zwischen Fahrer und Gästen vorsieht, die Desinfektion der mit den Händen berührten Stellen nach jeder Fahrt sowie das Benutzen des Mund- und Nasenschutzes bei der Hilfe zurm Platznehmen und Verlassen der Rikscha.

Mit wem arbeitet ihr vor Ort zusammen? Wie seid ihr vernetzt?
Wir sind unter dem Dach der TUWAS Genossenschaft organisiert. Wir gehören zum Arbeitskreis für Wohnen und Leben im Alter, welchen die Stadt initiert hat und der zu einem Projekt führte, dessen Bestandteil die ROA-Initiative ist.

Welche Hindernisse sind euch begegnet, welche Probleme können andere vermeiden?
Durch die finanzielle Unterstützung der Heinz-Trox-Stiftung haben wir zur Zeit wenig Restriktionen auf diesem Gebiet. Ein Hauptproblem ist die Unterbringung der Rikschas, Garagen sind ein rares Gut und sehr begehrt.
Die Corona-Zeit brachte natürlich mit sich, dass wir Ehrenamtlichen teilweise nicht fahren durften. Es war sehr gut, dass die Seniore*innen-Einrichtungen durch uns Mitarbeiter*innen zu Pilot*innen ausbilden ließen und dadurch das Projekt die ganze Zeit über lief.

Welche tolle Idee von eurem Standort möchtet ihr dem Netzwerk als Tipp weitergeben?
Wir finden die Mittler*innen-Idee klasse, weil sie uns leichten Zugang zu den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen ermöglicht, denn die Mittler*innen sind in den jeweiligen Gruppen (z.B. Kirche, Heimat- und Verkehrsverein, AWO-Begegnungsstätte, Caritas und Diakonie, Türkisch-Moslimischer Kulturverein) verankert und daher Vertrauenspersonen, deren Expertise geglaubt wird. So haben Mittler*innen eine doppelte Funktion: zum einen stehen sie mit ihrer Persönlichkeit als Türöffner für Bevölkerungsgruppen mit bestimmten Merkmalen. Darüber hinaus sind sie aber auch diejenigen, die als Anlaufstelle für die Tour-Interessierten fungieren: sie nehmen den Tour-Wunsch entgegen, tragen ihn in unser Online-Meldesystem ein, und sind auch telefonisch Ansprechpartner für die Pilot*innen, die diese angemeldete Tour übernehmen möchten und die persönlichen Kontaktdaten des Fahrgastes bei dem/der Mittler*in erfragen.

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